L-Welse - eine interessante Bereicherung
 

L-Welse - eine interessante Bereicherung im Aquarium

Die Welse stellen mit ca. 3.500 Arten eine der größten Gruppen innerhalb der ca. 40.000 Fischarten dar. Jeder kennt sie, fast jeder hat sie. Daher möchten wir heute speziell die Fütterung dieser interessanten Pfleglinge beleuchten.

Die L-Welse gehören zu der großen Familie der Harnischwelse (Loricaiidae), die mit über 600 Arten die größte Familie innerhalb dieser Ordnung ist. Das „L“ vor dem „Wels“ beschreibt diese Zugehörigkeit. Alle Harnischwelse stammen ausschließlich aus Südamerika. Vermutlich hängt diese Bindung an tropische Regionen mit der spezialisierten Ernährungsweise zusammen. Alle L-Welse sind Bodenfische oder besser substratorientierte Fische. Sie wollen möglichst viel Hautkontakt mit einem Untergrund haben.

Im allgemeinen sind sie bei dämmerungsaktiv, welches natürlich auch bei der richtigen Fütterung eine Rolle spielt. Um den Pflanzen des Südamerika-Biotop-Beckens genug Licht zu bieten, sollte durch geschicktes Übereinanderlegen und Verbinden von bizarren Wurzeln (amtra Dekoholz) eine naturnahe Landschaft gestaltet werden, die die erforderlichen Versteckmöglichkeiten und den notwendigen Schatten den Tieren spendet.

Die meisten L-Welse sind Aufwuchsfresser, d.h. mit einem speziell umgebildeten Saugmaul und je nach Gattung spezialisierten Zähnen, raspeln die Fische von Steinen, Wurzeln und Pflanzen ab, was sich abraspeln lässt. So begründet sich auch der deutsche Trivialname „Saugwelse“. Vielleicht sind sie auch deshalb so beliebt, weil sie nicht nur interessant sind, sondern auch starken Algenwuchs gering halten und Futterreste vertilgen.

Diese Aufwuchskost ist allgemein nur schwer verdaulich und nährstoffarm. Um sie verarbeiten zu können, sind die Welse mit einem sehr langen Darm und oft auch speziellen, symbiotisch im Darm lebenden Bakterien ausgestattet. So lief die Entwicklungsgeschichte der Harnischwelse, ihre Evolution, eindeutig in Richtung Aufwuchsfresser, d.h. sie benötigen pflanzliche Kost.

Die wenigen Fleischfresser der Harnischwels-Familie sind entweder sehr ursprüngliche Formen oder um im Nachhinein wieder spezialisierte Arten. Die Ernährungsspezialisierung ist äußerst erfolgreich verlaufen. Es gibt praktische keine Nahrungskonkurrenten. Auch das erklärt die ungeheure Artenvielfalt der Loricaiidae.

Da viele L-Welse erst vor relativ wenigen Jahren (bis heute immer wieder neu) entdeckt wurden, sind die exakten Untersuchungen zur Ernährung natürlich noch nicht abgeschlossen. Die Erfahrungen von Importeuren (z.B. amtra/Aquarium Glaser), Züchtern und Aquarianern bieten aber bereits eine sehr aussagekräftige Information.

So hat sich herausgestellt, dass Pseudacanthicus, Scobiancistrus, Hypancistrus und Leporacanthicus in der Regel tierische Kost bevorzugen. Diese Welse füttert man am besten mit Frostfutter (z.B. amtra frost oder amtra premium wels).

Die ausgesprochenen Vergetarier unter den L-Welsen, wie Peckoltia, Ancistrus, Cochliodon, Baryancistrus, Hypostomus, Glyptoperichthys, Pterygoblichthys, Liposacus und Panaque benötigen zusätzlich pflanzliche Kost. Diese Fische werden zwar auch das dargebotene tierische Futter gerne und gut fressen, es reicht aber nicht für eine gesunde Ernährung. Ohne Zufütterung pflanzlicher Kost würde mit Sicherheit das Fressen an den Wasserpflanzen beginnen.

Beliebt und sinnvoll ist es daher, frisches Gemüse oder Obst ins Aquarium zu legen. Geeignet sind z.B. Gurkenscheiben, Kartoffelscheiben, Karotten, Salat, Spinat oder Rosenkohl (diese Drei immer frisch, gut gewaschen und überbrüht). Als Obst kommen in Frage z.B. Bananen (ohne Schale), Mango, Papaya oder Kokosnussstückchen. Diese Früchte fallen in den Herkunftsgebieten ja auch ins Wasser und wären somit eine natürliche Versorgung. Allerdings sollte diese Beifütterung nicht übertrieben werden und v.a. die Beigabe immer frisch gehalten werden, da sonst eine Zersetzung die Wasserqualität im Aquarium erheblich belastet.

Ein weiterer Umstand, den es bei der Fütterung zu berücksichtigen gilt, ist, dass kleine Welse und v.a. die pflanzenfressenden Arten Dauerfresser sind. Dies gilt insbesondere fürs Aquarium, da dort die Tiere deutlich kleiner bleiben als in der Natur. Die kleinen Körper sind nicht daran angepasst große Futtermengen auf einen Schlag aufzunehmen. Möglichst viele kleine Portionen am Tag verteilt, das kommt ihnen sehr entgegen. Tablettenfutter, das sich nur langsam auflöst, ist hier die ideale Lösung und stellt den Tieren tagsüber einen Futtervorrat zur Verfügung. Abends gibt man dann noch eine gute Portion Frost- oder Lebendfutter. Dabei ist immer darauf zu achten, dass die bodenlebenden Welse auch ihren Teil bekommen und nicht alles von den anderen Aquarienbewohnern zuvor weggefressen wird.
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Mehr zu dem neuen amtra Futterkonzept für Welse und alle Fischarten lesen Sie hier.