| Das Koi-Herpesvirus verursacht eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit ausschließlich bei Fischen der Art
Cyprinus carpio, also Koi und Karpfen.
Erstmalig aufgetreten ist das Virus in den Jahren 1997/98 und stellt seitdem weltweit eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Koi-Halter und Karpfenteichwirtschaften dar.
Der Nachweis des Koi-Herpesvirus erfolgt derzeit mittels einer molekularbiologischen Untersuchungsmethode, der Polymerasekettenreaktion (PCR) und wird in Deutschland von einigen staatlichen und wenigen privaten Labors angeboten.
Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit beträgt 8 – 14 Tage.
Die Tiere werden apathisch, fressen schlecht und magern innerhalb kürzester Zeit extrem ab, so dass die Augen tief in die Augenhöhlen einsinken. Gleichzeitig kommt es zu massiven Kiemenentzündungen mit daraus resultierender stark erschwerter und beschleunigter Atmung. Typisch sind auch die sandpapierartigen Auflagerungen der Haut. Erkrankungen treten lediglich bei 17°C bis 28°C Wassertemperatur auf und führen bei bis zu 90% der Tiere innerhalb weniger Tage zum Tod.
Eine Therapiemöglichkeit besteht nicht. Lediglich eine sofortige Temperaturerhöhung auf ca. 30°C über 3 bis 4 Wochen kann die Krankheit zum Stillstand bringen und ermöglicht den befallenen Tieren die Ausbildung einer spezifischen Immunität gegen das KH-Virus. Es gilt allerdings als sicher, dass derart immune Tiere das Virus unter bestimmten Umständen ausscheiden können und damit als Ansteckungsquelle (Carrier) für Koi und Karpfen fungieren, die vorher noch nicht in Kontakt mit dem Virus gekommen sind.
Daher sollten
Koi-Liebhaber in einen bestehenden Koiteich nur solche Tiere einsetzen, die aus PCR-kontrollierten Beständen stammen und die darüber hinaus eine Quarantäne von mindestens 14 Tagen bei KHV-Vorzugstemperatur, also 17°C bis 28°C, durchlaufen haben. Solche Maßnahmen werden inzwischen schon von vielen verantwortungsvollen Importeuren und Großhändlern durchgeführt.
Dennoch sei eine zusätzliche Quarantänisierung neu erworbener Tiere auch dem verantwortungsbewussten Teichbesitzer empfohlen, denn durch die momentan hohe Aktualität des Koi Herpes-Virus neigen derzeit viele Koibesitzer dazu, alle anderen potenziellen Bedrohungen für die Koigesundheit zu vergessen. Das betrifft insbesondere die Wasserqualität, die Fütterung und parasitäre und bakterielle Krankheiten.
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