Der Fisch des Monats - Maerz 2002

photo: J. Glaser (Männchen von Apistogramma cacatuoides, Zuchtform "Doppelrot" )

Der Kakadu-Zwergbuntbarsch:
Ein alter Bekannter in stets neuem Gewand.

Seit Anfang der 50er Jahre gehört Apistogramma cacatuoides zum festen Bestand der Aquaristik. Anfangs war es vor allem das prächtige Flossenwerk, das die Liebhaber begeisterte und auf das sich sowohl der wissenschaftliche wie auch der Populär-Name bezieht. Denn die große, gezackte Rückenflosse der Männchen erinnert sehr an die prachtvolle Federhaube der Kakadus.

Die Wildfänge dieser Art sind bei weitem nicht so farbenprächtig wie die nebenstehende Zuchtform "Doppelrot". Wildfänge erreichen uns vor allem aus Peru, wo die Art im Tiefland lebt und den Einzugsbereich des oberen und mittleren Rio Ucayali besiedelt. Hinzu kommen noch Vorkommen in Kolumbien und Brasilien aus dem Rio Solimóes. Die Art hat also ein großes Verbreitungsgebiet und das ist auch die Grundlage für die heute existierenden, farbenprächtigen Zuchtformen.

Es gibt im Prinzip drei Wege, wie man zu Zuchtformen gelangen kann. Der erste ist der der Selektion. Hierbei werden unter den Nachkommen immer nur die Exemplare weitervermehrt, die ein bestimmtes, erwünschtes Merkmal besonders deutlich zeigen. Auf diesem Weg entstanden z.B. die schönen Aquarienformen des Paradiesfisches (Macropodus opercularis), aber auch viele Barben und Salmler werden im allgemeinen auf Selektionsbasis gezüchtet. Dabei ist typisch, dass bei Vernachlässigung des Stammes die Fische schnell "degenerieren" und sich in die ursprüngliche Wildform zurückentwickeln.

Der zweite Weg ist, zufällige auftretende Mutationen, also sprunghafte und unvorhersehbare Veränderungen im Erbgut, die immer wieder einmal bei einzelnen Exemplaren zu beobachten sind, gezielt weiterzuzüchten. Dabei ist man aber sehr auf den Faktor Zufall angewiesen.
Der dritte Weg schließlich ist, verschiedene Populationen miteinander zu kreuzen. Arten mit großem Verbreitungsgebiet sehen innerhalb dieses Verbreitungsgebietes oft unterschiedlich aus. Kreuzt man sie, so erhält man häufig sehr variabel gezeichnete Fische, die dann auf Selektionsbasis weitergezüchtet werden können und der Ausgangspunkt neuer Zuchtformen sind. So entstanden die Zuchtformen der Diskusfische, vieler Lebendgebärender Zahnkarpfen – und eben auch die Farbformen des Kakadu-Zwergbuntbarsches.

Da die Art vergleichsweise geringe Ansprüche an die Wasserqualität stellt, ist sie auch für Anfänger in Sachen Zwergcichliden gut geignet. Dennoch darf der regelmäßige Teilwasserwechsel unter Zusatz von amtra care nicht vernachlässigt werden, sonst wird auch Apistogramma cacatuoides kränkeln und wenig Freude bereiten.

 

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