Der Fisch des Monats - Mai 2005
 

Fiederbartwelse – Synodontis spec.

Top Ten: Russland

Unsere Top Ten der beliebtesten Aquarienfische präsentieren wir diesmal aus Russland. Noch vor wenigen Jahren galt das Interesse der Aquarianer in Russland vor allem Stechrochen und allen Barschen in XXL-Größe.

Obwohl natürlich diese Fische immer noch gerne gehalten werden, hat sich mit zunehmendem Angebot das Spektrum der populären Fische so erweitert, dass vom Guppy bis zum Knochenzüngler alle möglichen Arten in russischen Aquarien zu finden sind. Ein Großteil des Bedarfs wird von leistungsfähigen Züchtern im Land geliefert. Immer wichtiger werden jedoch auch Importe aus Asien, Europa und Südamerika. Die aktuelle Hitliste erhielten wir von Michail Berezin, unserem Partner aus Moskau. Vielen Dank dafür!


 

Platz 1


Papageienbuntbarsch – red Parrot Cichlid

Mit dem Papageienbuntbarsch oder auch Blood Parrot finden wir auf Platz 1 einen kuriosen Fisch, bei dem es sich um eine Mutante handelt, die gezielt nachgezüchtet wird. Die genaue Herkunft der Zuchtform ist unbekannt, aber man geht davon aus, daß es sich um eine Mutante des in Mittelamerika beheimateten Flamingobuntbarsches Amphilophus labiatus handelt. Andere Quellen beschreiben den Fisch als Kreuzung zwischen Amphilophus citrinellum und Vieja synspila. Die ersten Exemplare erschienen 1992 auf dem asiatischen Markt und sind mittlerweile auch in Russland sehr beliebt. Da es sich um eine Zuchtform mit abnormem Körperbau handelt, wird seine Eignung als Aquarienfisch in Europa sehr kontrovers diskutiert.

 

Platz 2


L-Welse - Loricariidae

Kaum Einschränkungen für die Eignung als perfekten Aquarienfisch gibt es für die Welse aus der großen Gruppe der Loricariiden. Besonders weiß oder gelb gepunktete Tiere sind zur Zeit sehr beliebt. (zum Beispiel L-5 „Peckoltia angelicus“ (es handelt sich um eine Hypancistrus-Art), LDA-33 Baryancistrus spec. „Snowflake“, L-81 Baryancistrus spec. „Orange Seam“ und L-14 Scobinancistrus aureatus „Goldy“). Viele dieser beliebten Welse sind Algenvertilger und können in jedem Gesellschaftsbecken gepflegt werden. Allerdings sollte man viel pflanzliche Kost nachfüttern (vor allem bei Baryancistrus) und eine große Wurzel zum Raspeln und Verstecken sollte auch nicht fehlen. Hypancistrus und Scobinancistrus hingegen sind Fleischfresser. 

 

Platz 3


Malawi Cichliden

Die knallbunten Vertreter der Buntbarsche aus dem Malawisee erobern sich den dritten Platz in der Top Ten. Vor allem die blauen Maylandia (früher: Pseudotropheus) zebra und zitronengelben Maylandia lombardoi werden als Korallenfische des Süßwassers gerne gepflegt. Die Fische sind Maulbrüter und wenn man ihnen eine abwechslungsreiche Unterwasserlandschaft aus Steinen in einem geräumigen Becken anbietet, wird der Zuchterfolg auch nicht lange auf sich warten lassen. Man muss immer mehrere Weibchen pro Männchen in das Aquarium setzen. Das Wasser muß sauber sein und da die Tiere starke Fresser sind (aufpassen: ballaststoffreiche, nährstoffarme Kost geben und nicht überfüttern!), muss die Filterung über einen leistungsstarken Filter erfolgen.

 

Platz 4


Skalare – orinoco altum Skalar

Die Segelflosser Pterophyllum scalare sind Evergreens der Aquaristik. Die vielen Zuchtformen haben außer dem hohen Wuchs kaum noch Ähnlichkeit mit der Wildform aus dem mittleren Amazonas. In letzter Zeit legt man bei der Selektion der Zuchttiere wieder mehr Wert auf gute Qualität, so dass auch außergewöhnliche Farbvarianten wie zum Beispiel „Scalare Koi“ oder „Scalare Red Phantom“ erfolgreich gepflegt werden können. Die Wassertemperatur sollte allerdings 25° C nicht unterschreiten und die Wasserwerte sollten - bei aller Anpassungsfähigkeit der Fische - nicht zu alkalisch sein.

 

Platz 5


Tanganjika-Cichliden

Die afrikanischen Cichliden des Tanganjikasees erfreuen sich bei den Aquarianern in Russland seit zwei Jahren großer Beliebtheit. Am häufigsten importiert und gepflegt werden Arten aus den Gattungen Lamprologus, Cyphotilapia, Julidochromis und Paracyprichromis.

 

Platz 6


Fiederbartwelse – Synodontis spec.

Diskus und Skalare auf dem sechsten und siebten Platz stammen ursprünglich aus Südamerika. Mittlerweile gibt es unzählige Farb– und Formvarianten und nicht immer kann man den Sinn einer neuen Zuchtform ganz nachvollziehen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Züchter wieder mehr an den Idealen der Wildform orientieren und der Diskus nicht zu einem plakatfarbigen Billigfisch verkommt.

Die ebenfalls aus Afrika kommenden Welse der Gattung Synodontis befinden sich auf dem sechsten Platz der Top Ten. Es gibt viele interessante Arten unter ihnen und die meisten sind sehr gut für die Aquaristik geeignet. Besonders attraktiv gefärbt und deshalb beliebt sind Synodontis angelicus, Synodontis multipunctatus und Synodontis petricola.

Der Rückenschwimmende Kongowels Synodontis nigriventris fasziniert den Betrachter durch seine ungewöhnliche Schwimmhaltung.

 

Platz 7


Silberner Arowana – Osteoglossum bicirrhosum

Etwas Besonderes ist der silbernfarbene Arowana Osteoglossum bicirrhosum aus der urtümlichen Familie der Knochenzüngler. Man nennt diese beeindruckenden Fische auch Gabelbärte, aufgrund der charakteristischen Maulfortsätze. Die Gabelbärte behalten die Jungfische so lange im Mund bis der Dottersack der Jungfische verbraucht ist. Erst dann werden sie in die Welt “hinausgespuckt”.

 

Platz 8


Goldfisch – Carassius auratus

Die Goldfische auf Platz 8 erfreuen sich auch in Russland großem Interesse. Besonders beliebt sind momentan Orandas „Red cap“, Orandas „Black Moor“ und rote Ranchu.

 

Platz 9


Sumatrabarbe – barbus tetrazona

Platz 9 der Hitliste erschwimmt sich eine kleine Barbe, die seit Jahrzehnten in der Aquaristik bekannt ist. Die Sumatrabarbe Barbus tetrazona ist ein äußerst lebhafter Schwarmfisch, der in einem nicht zu kleinen Becken gut aufgehoben ist. Man kann sie auch mit anderen asiatischen Fischen vergesellschaften – nur mit Skalaren und langflossigen Labyrinth-fadenfischen sollte man die wuselige Barbe nicht zusammen halten. Obwohl die Sumatrabarbe ein recht widerstandsfähiger Fisch ist, sollte man über Torf filtern, so dass der pH-Wert leicht im sauren Bereich liegt. Die Barben werden es mit besonders schönen Farben und einem langen Leben danken.

 

Platz 10


Roter neon – Paracheirodon axelrodi

Der Rote Neonsalmler Paracheirodon axelrodi darf natürlich in keiner Hitliste fehlen und ist ein würdiger Abschluss der russischen Top Ten. Auch dieser Schwarmfisch freut sich über leicht saures, torfiges Wasser. Dann erstrahlt der neonblaue Leuchtstreifen besonders intensiv und zaubert in das Aquarium eine Atmosphäre wie eine Sommernacht unter einem tropischen Sternenhimmel.


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