Beißfisch und
Schaumschläger:
Der Schleierkampffisch
Das Titelbild ziert ein besonders hübsches Exemplar des
Schleierkampffisches - oder? Bei Zuchtformen gehen die
Meinungen der Aquarianer weit auseinander. Dem einen
können die Flossen gar nicht großflächig genug sein, der
andere liebt die naturnahen Fische um so mehr.
Die Herkunft des Schleierkampffisches liegt im Dunkel
der Vergangenheit. Sicher ist eigentlich nur, dass die
Fische vor etwa 100 Jahren erstmals nach Europa
importiert wurden. Wann und wo genau die
Schleierkampffische erzüchtet wurden, ist hingegen
unsicher.
Kampffischhaltung hat eine uralte Tradition in
Südostasien. In Thailand, einem der Zuchtzentren, kennt
man sie als Pla Kat, was soviel wie ”Beißfisch”
bedeutet. Wie Kampfhunde und Kampfhühner wurden und
werden die Männchen aufeinander losgelassen und hohe
Wetten auf den Sieger abgeschlossen.
Die zu Kämpfen eingesetzten Tiere sind allerdings
Kurzflosser, die der Wildform (Betta splendens) sehr
ähnlich sind.
Erbe der Khmer?
Schleierkampffische und ihre moderneren Zuchtschläge wie
die Crown-Bettas, bei denen die Flossenstrahlen über die
Randmembranen der Rücken-, After- und Schwanzflosse
hinaus ausgezogen sind, die Halfmoon-Bettas, bei denen
die Rückenflosse stark verlängert und die Schwanzflosse
abgestutzt ist, so dass der Fisch während des
Imponierens eine einzige, halbmondförmige Flossenfläche
darzustellen scheint, oder die Splittails, ebenfalls mit
verlängerter Rückenflosse jedoch in zwei hälften
gespalterner Schwanzflosse, werden nur zur Erbauung
gezüchtet, nicht zum Kampf. Aber sie stammen von den
Kämpferformen ab. So jedenfalls erklärt man sich ihre
gegenüber der Wildform stark gesteigerte innerartliche
Aggressivität. In Thailand nennt man sie Pla Kat Khmer.
Die Khmer sind das Volk, das Kambodscha bewohnt. Ist
Kambodscha daher die Wiege der Schleierkampffische?
Schaumnestbauer
Obwohl Betta splendens als der Kampffisch in der
Aquaristik gilt, stellen er und seine zwei
nächstverwandten Arten (Betta imbellis und B. smaragdina)
eine Minderheit bei den Bettas. Die meisten Arten sind
nämlich Maulbrüter: 15 der 25 bekannten Betta-Arten
brüten ihre Jungen im Maul aus.
Der Schleierkampffisch baut hingegen ein Schaumnest an
der Wasseroberfläche. Hier bewacht das Männchen Laich
und Jungfische, während das Weibchen die
Revierverteidigung übernimmt. |

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