Der Fisch des Monats - Juni 2003


Pfauenaugenbuntbarsch - Centrarchus macropterus


Kinder der Sonne

Heute möchten wir Ihnen ausgesprochen schöne Aquarienfische vorstellen, die vielleicht nicht unbedingt etwas für den Einsteiger sind, jedoch dem engagierten Aquarianer eine schöne Möglichkeit des intensiven Umgangs mit seinen Tieren geben.

Als 1877 die ersten Barsche der in Nordamerika heimischen Familie Centrarchidae Europa erreichten, kannte die Begeisterung der Liebhaber kaum Grenzen.


Diamantbarsch - Enneacanthus obesus

Sonnenbarsche nannte man sie, denn in der Sonne strahlten und funkelten sie, dass es eine Pracht war. Bis heute gibt es kaum eine Fischgruppe, die es an Farbenpracht mit den Sonnenbarschen aufnehmen kann. Als Kaltwasserfische kümmern Sonnenbarsche jedoch, wenn Sie jahrein, jahraus in zentralgeheizten Wohnzimmeraquarien untergebracht sind. Vor der Entwicklung der hochwertigen Frostfutter musste man sie außerdem mit Lebendfutter versorgen, dessen Beschaffung für Stadtbewohner nicht eben einfach ist – denn Trockenfutter nehmen Sonnenbarsche nicht an. Dies ließ die Fische lange in Vergessenheit geraten. Erst mit der Gartenteichwelle kamen die Sonnenbarsche zurück in den Zoofachhandel. 


Zwergsonnenbarsch - Elassoma evergladei

Sonnenbarsche sind aber auch sehr empfehlenswerte Aquarienfische. Im Gegensatz zu vielen europäischen Arten, die nur mit Mühe mit den hohen Temperaturen im Zimmeraquarium während des Sommers zurechtkommen, sind Sonnenbarsche diesbezüglich unempfindlich. Bis 26°C vertragen sie ohne dabei abzumagern, was ein typischer Warmwasserschaden anderer Kaltwasserfische ist. Diese verbrauchen nämlich bei zu hohen Temperaturen mehr Energie, als sie mit der Nahrung aufnehmen können. Auszehrung und auf lange Sicht der Tod sind die Folge.


Cyanellus - Lepomis cyanellus

Um über Jahre hinweg gesund zu bleiben, müssen Sonnenbarsche aber kühl überwintert werden. Die Zwergsonnenbarsche sind diesbezüglich am anspruchslosesten, ihnen genügen einige Wochen bei 15-16°C, um fit zu bleiben. Andere Arten, vor allem die etwas größeren Lepomis und Centrarchus, sollten hingegen Temperaturen um 10°C zur Überwinterung geboten bekommen. Die Fische fressen in dieser Zeit nicht, denn während der Überwinterung ist ihre gesamte Aktivität stark eingeschränkt. Ideal bietet sich daher ein Aquarienplatz z.B. im Wintergarten an – im Sommer warm, im Winter kühl. Viele Arten kann man auch im Gartenteich halten, doch ist dies nicht zu empfehlen, es sei denn, der Teich wurde speziell für die Sonnenbarsche konzipiert. Molchlarven, Kaulquappen und sämtliche Wasserinsekten werden nämlich mit Vorliebe von den Sonnenbarschen verzehrt.


Scheibenbarsch - Enneacanthus chaetodon

Die Männchen besetzen nach der Winterruhe kleine Reviere, meist in der Nähe eines Pflanzenbuschs. Hier schaffen sie eine Mulde im Sand, in dem der Laich und die frischgeschlüpften Jungfische untergebracht sind. Die Brutfürsorge beschränkt sich eher auf die Revierverteidigung als auf die aktive Jungenpflege. Im Gegensatz zu den Buntbarschen lassen Sonnenbarsche die Bepflanzung völlig in Ruhe. Die Ernährung mit Frostfutter ist heutzutage problemlos und kein Grund mehr, sich die Pflege dieser herrlichen Fische zu verkneifen.


Gemeiner Sonnenbarsch / Kürbiskernbarsch - Lepomis gibbosus

 
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