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Zierfische
in der Sommerfrische Im
Frühsommer zieht es den Menschen an die frische Luft. Ob
Balkon- oder Gartenbesitzer - Aquarianer denken in
dieser Jahreszeit auch oft darüber nach, ob und welche
ihrer Pfleglinge nicht auch zeitweise draußen gepflegt
werden können. Eine
ganze Reihe verschiedener Aquarienfische entstammt
Gebieten, die nicht in den Tropen, sondern in den kühleren
Subtropen liegen. Sie haben eine recht große Toleranz
gegenüber vergleichsweise tiefen Wassertemperaturen von
bis zu 14°C. Solche Fische können mit großem Erfolg
zeitweise im Freien gepflegt werden. Der Vorteil dieser
Hälterungsmethode liegt darin, dass die Fische eine
hervorragende Kondition und prächtige Farben erhalten,
wie man sie sonst oft nur von Wildfängen her kennt. Der
Zeitpunkt, mit dem man eine solche Sommerfrische
beginnt, ist in Mitteleuropa etwa Mitte Mai. Dann sind
die Temperaturen im allgemeinen bereits stabil genug und
es gibt keine Nachtfröste mehr. Die Vorbereitungen für
ein solches Unterfangen sollten aber schon früher
beginnen. Denn auch das Sommerdomizil für die Fische
sollte ja biologisch schon eingefahren sein. Ganz
gleich, welche Unterbringungsmöglichkeit man wählt
(ein Aquarium, eine Regentonne, ein Fertigteich, eine
alte Badewanne etc.): niemals darf das Behältnis in den
Boden eingegraben sein. Steht das zukünftige
Fischdomizil ebenerdig, so sollte zwischen Boden und Behälter
zunächst eine dicke Styroporplatte gelegt werden. Der
Grund dafür ist einfach.
Auch wenn die Lufttemperaturen schon angenehme Wärmegrade
erreicht haben, ist die Bodentemperatur in 30 cm Tiefe
noch sehr kühl. Unser neues Kleinbiotop würde über
Nacht viel zu schnell und viel zu stark auskühlen, wäre
es eingegraben. Ist der für die Pflege vorgesehene Behälter
von schwarzer Farbe (z.B. Betonkübel etc.), so sollte
er mit Schilfmatten oder dergleichen außen kaschiert
werden. Bei starker Sonneneinstrahlung würde sich das
Wasser sonst zu stark erwärmen. Es
empfiehlt sich, eine etwa 5 cm hohe Schicht sehr sauber
gewaschenen Kieses als Bodengrund einzufüllen. Hier
werden sich sehr schnell Kleinlebewesen, wie
Insektenlarven, Würmer und andere ansiedeln, die später
entscheidend zur Stabilität unseres Kleinbiotopes
beitragen. Ob man in den Bodengrund Pflanzen setzt oder
nicht, bleibt dem Einzelnen überlassen. Grundsätzlich
helfen aus dem Wasser herauswachsende Binsen und Simsen
sehr, den Nährstoffgehalt des Wasser niedrig und das
Algenwachstum damit in Grenzen zu halten. Ganz wichtig
ist es dagegen, freischwimmende Stengelpflanzen
einzubringen. Besonders gut eignet sich hier das Rauhe
Hornkraut, Ceratophyllum demersum. Diese Pflanze hat nämlich
eine für unsere Zwecke unschätzbare Eigenschaft: bei
kaltem Wasser und geringem Lichteinfall sinkt sie zu
Boden. Das einfallende Sonnenlicht kann nun wunderbar
das Wasser aufwärmen. Steigt die Temperatur und/ Befüllt
wird der Behälter mit Leitungswasser. Ein Eimer Wasser
aus einem nicht mit Fischen besetzten Naturgewässer und
ein speziell für den Gartenteich entwickeltes
Nitrifikanten-Konzentrat (z.B.
amtra clean
GT) impft den Kleinbiotop an.
Nun muss man nur noch ein Aquarienthermometer in
die Bütte geben. Über Nacht deckt man das Behältnis
mit einer Plane ab, um eine zu starke Auskühlung zu
verhindern. Jetzt kontrolliert man morgens (möglichst
zeitig) regelmäßig die Temperatur. Liegt sie in den
Morgenstunden nicht mehr unter 18°C, kann mit dem
Besatz begonnen werden. Die
Pflegemaßnahmen beschränken sich im wesentlichen auf füttern
und ergänzen von verdunstetem Wasser. Zu letzterem
verwendet man idealerweise sauberes Regenwasser, doch
kann man auch Leitungswasser verwenden. Dann ist
allerdings mit stärkerem Algenwachstum zu rechnen. Es
gibt sehr viele Fischarten, die man auf diese Art und
Weise zeitweise draußen pflegen kann. Wir wollen uns
hier auf eine Auswahl bewährter Arten beschränken, die
auch immer im Zoofachhandel erhältlich sind. Probieren
Sie es einmal aus.
Wir sind sicher, auch Sie werden von der
Farbenpracht der Freilandfische restlos begeistert sein! Kardinalfisch,
Der
Kardinalfisch stammt aus dem südlichen China, wo er
fließende Gewässer bewohnt. Der etwa 3 cm lang
werdende Fisch verträgt Temperaturen bis etwa 14°C
herunter, doch bedenken Sie bitte, dass frisch gekaufte
Exemplare natürlich zunächst viel höhere Temperaturen
gewohnt sind (das gilt im übrigen für alle nachfolgend
aufgeführten Arten). Bei Freilandhaltung rechne man
etwa 10 l Wasser pro Exemplar. Ist der Behälter gut
bepflanzt, so wird man regelmäßig Jungfische entnehmen
können, die ihrem Spitznamen (Arbeiterneon) alle Ehre
machen werden. Roter
von Rio,
Dieser
Salmler stammt aus der Umgebung von Rio de Janeiro und
verträgt Temperaturen bis etwa 16°C. Leider schwimmen
in unsere Aquarien heute oft nur noch "Blasse von
Rio" herum. Bei Freilandhaltung werden diese etwa 4
cm Länge erreichenden Fische aber bald wieder zeigen,
wie sie zu ihrem Namen kamen. Will man natürliche
Nachzucht, so sollte man etwa 20 l
Wasser pro Fisch rechnen, da die Art ein starker
Laichräuber ist. Prachtbarbe,
Die
Prachtbarbe stammt aus Indien und erreicht etwa 15 cm Länge.
Sie ist jedoch bereits mit 5 cm Länge laichfähig. Die
Art ist sehr tolerant gegenüber niedrigen Temperaturen
und verträgt problemlos bis 14°C. Bei diesen
bewegungsfreudigen Fischen sollte man etwa 20 l Wasser
pro Exemplar rechnen. Im Freiland gehaltene Tiere
bekommen unglaublich schöne Farben, wobei die Männchen
zusätzlich Punktierter
Panzerwels,
Dieser
Panzerwels stammt aus dem nördlichen Südamerika.
Temperaturen bis 16°C sind für ihn kein Problem.
Vielleicht fragen Sie, warum man einen solchen Fisch im
Freien pflegen soll, wo er, zumindest bei Behältern, in die man nur von oben
hereinschauen kann, doch kaum zu sehen ist. Nun, der
Grund liegt in der hervorragenden Kondition, die solche
Fische bekommen. Züchter jedenfalls schwören auf diese
Methode, um optimale Zuchttiere heranzuziehen. Veränderlicher Spiegelkärpfling, Xiphophorus variatus
Der
Veränderliche Spiegelkärpfling stammt aus Mexiko. Bis
16°C dürfen die Temperaturen fallen, bevor er Wie
schon erwähnt, wir haben hier nur eine kleine Auswahl
an Fischen vorstellen können. Die Auswahl ließe sich
beliebig erweitern. Im Zweifelsfall wird Ihr Zoofachhändler
Sie gerne beraten.
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