Der Fisch des Monats - Juli 2004
 

Weibchen von Apistogramma cf. cruzi über dem Gelege in Brutpflegekleid
Top-aktuell: der Cruz' Zwergbuntbarsch.

Die ungeheure Arten- und Formenvielfalt der Zwergbuntbarsche der Gattung Apistogramma setzt Liebhaber und Fachleute immer wieder gleichermaßen in Erstaunen. Eine der variabelsten Arten ist dabei Apistogramma cruzi, den Sven O. Kullander 1986 zu Ehren von José Cruz Rodriguez beschrieb.

Die hier vorgestellte Variante, von Uwe Römer vorsichtig als A. cf. cruzi bezeichnet (cf. = Abkürzung für das lateinische Wort confer, was so viel heißt wie: vergleiche mit), wurde zusammen mit Apistogramma panduro von unserem Fischzentrum amtra/Aquarium Glaser importiert. Demnach steht fest, dass sie aus Peru stammt. Es kann jedoch nur darüber spekuliert werden, ob sie deshalb auch syntop mit dem Pandurini-Zwerg-Buntbarsch lebt. 


Apistogramma cf. cruzi, Männchen in aggressiver Stimmung

Cruz´ Zwergbuntbarsch wird im männlichen Geschlecht etwa 8 cm lang, die Weibchen bleiben mit etwa 5,5 cm. Gesamtlänge deutlich kleiner. Es handelt sich also um einen typischen Zwergbuntbarsch, der auch mit verhältnismäßig kleinen Aquarien zufrieden ist (ab 60 cm Länge). Hinsichtlich der Wasserwerte sind die Zwergbuntbarsche der cruzi-Gruppe nicht sonderlich anspruchsvoll. Sie können im allgemeinen auch gut in mittelhartem und neutralem Wasser gepflegt werden. 
Gefressen wird jegliches amtra Frost- und Lebendfutter, gelegentlich gehen die Fische auch an Flockenfutter, so dass die Ernährung kein Problem darstellt.

Wie viele Apistogramma-Arten bilden die Fische eine Mutterfamilie. Das polygame (sich also mit mehreren Weibchen paarende) Männchen ist für die Bewachung der Reviergrenzen zuständig. Hält man die Fische in Gruppen, so ist zu beachten, dass die brutpflegenden Weibchen äußerst aggressiv reagieren können. Man kann viel zum Abbau dieser innerartlichen Aggression beitragen, wenn man die Zwergbuntbarsche mit oberflächenorientiert lebenden Salmlern vergesellschaftet. Typischerweise sind die Tiere Höhlenbrüter, worauf auch die auffällig rot gefärbten Eier hinweisen. Doch beweist das Foto des brutpflegenden Weibchens, dass in sehr dunkel stehenden Aquarien auch mehr oder weniger offen abgelaicht werden kann.


Leicht mit A.cruzi zu verwechseln: Apistogramma regani (oben) und A.moae

Die Aufzucht der Jungfische, die von Anfang an Artemia-Nauplien bewältigen können, gelingt in der Regel ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Viele Apistogramma-Arten sehen einander recht ähnlich und bei den vielen Farbvarianten, die die Arten ausbilden, ist eine Unterscheidung oft nicht einfach. Die Merkmalskombination: drei Unterbauchstreifen beim Männchen, längsovaler Schwanzwurzelfleck, der sich über die gesamte Höhe des Schwanzstiels erstreckt und vom obligatorischen Körperlängsband getrennt ist, runde Schwanzflosse und ein großer dunkler Fleck auf dem Kiemendeckel (letzteres Merkmal in Prachtfärbung nur schlecht zu sehen), tritt in dieser Form aber nur noch bei den brasilianischen Apistogramma moae (der sehr eng mit A. cruzi verwandt ist) und (teilweise) A. regani auf. Bei A. moae sind aber in der Regel die ersten Stacheln der Rückenflosse und der erste Afterflossenstrahl tiefschwarz gefärbt. Außerdem ist die Art nicht so hochrückig. A. regani hat im Gegensatz zu diesen zwei Arten keine deutlichen dunklen Flecken im unteren Teil der Rückenflosse.

 

"Fisch des Monats" Archiv 2006
Januar Februar März April
Mai Juni Juli August
September Oktober November Dezember
"Fisch des Monats" Archiv 2005
Januar Februar März April
Mai Juni Juli August
September Oktober November Dezember
"Fisch des Monats" Archiv 2004
Januar Februar März April
Mai Juni Juli August
September Oktober November Dezember
 
"Fisch des Monats" Archiv 2003
Januar Februar März April
Mai Juni Juli August
September Oktober November Dezember
"Fisch des Monats" Archiv 2002
Februar März April Mai
Juni Juli August September
Oktober November Dezember