Der Fisch des Monats - September 2002

Fliegende Fische für jede Aquariengröße

Beilbauchsalmler sind echte fliegende Fische. Mit ihrer mächtigen Brustmuskulatur können sie ihre Brustflossen wie Flügel einsetzen und auf der Flucht vor Fressfeinden einen meterlangen Schwirrflug außerhalb des Wassers durchführen. Im Aquarium haben sie keine Feinde, dort kann man dieses Verhalten also nicht beobachten. Aber Vorsicht: Für oben offene Aquarien sind diese Fische nicht geeignet. Man unterscheidet drei Gattungen von Beilbauchfischen: Carnegiella, Gasteropelecus und Thoracocharax. Dabei enthält Carnegiella nur kleine, Gasteropelecus mittelgroße und Thoracocharax die ganz großen Arten. Es ist also für jeden Aquarianer etwas passendes dabei. Weil die Beilbäuche reine Oberflächenfische sind, passen sie in fast jedes Gesellschaftsaquarium mit friedlichen Fischen, in dem diese „ökologische Nische“ noch nicht besetzt ist. Obwohl die Beilbauchsalmler jede Futtersorte annehmen, muß man bedenken, daß sie nur schwimmendes Futter akzeptieren. Wer seinen Beilbäuchen einen ganz besonderen Gefallen tun will, der züchtet für sie lebende Fruchtfliegen (Drosophila). Beilbauchsalmler müssen immer im Schwarm gepflegt werden, sonst werden sie sehr ängstlich. Bezüglich der Wasserwerte sind die Fische recht anpassungsfähig, obwohl weiches und leicht saures Wasser den natürlichen Verhältnissen am ehesten entgegenkommt. Die Temperatur kann zwischen 22 und 28°C liegen.


Carnegiella strigata fasciata. Dieser kontrastreich schwarz-weiß gezeichnete Beilbauch wird ca. 4 cm groß und ist die beliebteste Art der Familie. Sie wird oft als „C. vesca“ bezeichnet, was ein Synonym ist.

Carnegiella myersi ist die kleinste Art der Beilbauchsalmler und wird populär auch als „Glasbeilbauch“ bezeichnet. Die Art wird nur etwa 2,5 cm lang und kommt meist aus Peru zu uns.

 
Carnegiella strigata strigata ist nicht so kontrastreich gezeichnet. Es gibt aber alle denkbaren Übergänge bei Fischen, die aus dem mittleren Amazonas stammen, weshalb fasciata und strigata nur als Unterarten ein- und derselben Art gelten.



Ganz selten treten bei diesen Oberflächenfischen Gelblinge (Lutinos) auf. Diese Tiere sind nämlich in der Aufsicht besonders auffällig. Dieser C. strigata ist das erste in der Literatur abgebildete Exemplar mit dieser erblich bedingten Fehlfärbung.


Carnegiella marthae ist die dritte Art der Gattung und kommt meist als Beifang zu C. strigata aus Brasilien zu uns. Sie wird ca. 3,5 cm lang. Als Populärname hat sich „Schwarzschwingen-Beilbauch“ eingebürgert, doch haben auch andere Arten dunkel getönte Brustflossen.


Carnegiella schereri aus dem oberen Amazonas (Peru) wird oft nur als Unterart zu C. marthae angesehen. Doch gehen die meisten der neueren Autoren davon aus, daß es sich um eine gute Art handelt. Sie wird ebenfalls etwa 3,5 cm lang.

 
Gasteropelecus sternicla ist leicht mit C. marthae zu verwechseln, besitzt jedoch immer eine Fettflosse (Pfeil). Hingegen fehlt bei der Gattung Carnegiella diese kleine Flosse immer. Die Art wird etwa 6,5 cm groß. Sie wird meist als „Gemeiner Beilbauch“ bezeichnet. Importe erfolgen derzeit aus Guyana.

  Thoracocharax stellatus ist die größte Art der Gruppe und kann gut 9 cm lang werden. Den Platin-Beilbauch, wie er populär genannt wird, erkennt man an der breiten Schuppenreihe am Ansatz der Afterflosse, den großen Schuppen und der extremen Vorwölbung des Bauches. Arttypisch ist der schwarze Fleck an der Basis der Rückenflosse.

Neben den hier vorgestellten Arten gibt es noch 3 weitere, von denen uns jedoch leider kein Bildmaterial vorliegt. Gasteropelecus levis ist ein relativ kleinbleibender Beilbauch aus dem unteren Amazonas. Er unterscheidet sich von G. sternicla durch das Fehlen von Zähnen. G. maculatus ist im Gegensatz zu G. sternicla getupft. Und die zweite Art der Gattung Thoracocharax, nämlich T. securis, ist durch das Fehlen des schwarzen Flecks in der Rückenflosse charakterisiert.

 
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