Der Fisch des Monats - August 2004
 

Rückenschwimmender Kongowels (Synodontis nigriventris)
Top-Ten: Fische aus dem Kongo

Diesmal präsentieren wir Ihnen etwas ganz besonderes. Unsere Top Ten erreichte uns diesmal von einem erfahrenen Fischexporteur aus Kinshasa, der Hauptstadt der noch jungen Demokratischen Republik Kongo. 

Mittelpunkt und Lebensader des Landes ist der Kongo, der mit 4700 km nach dem Nil der zweitlängste Strom Afrikas ist und dessen Einzugsgebiet mit über 3,5 Millionen qkm eines der größten tropischen Regenwälder überhaupt umfasst. Aufgrund der unruhigen politischen Lage und der schlechten Transportwege ist der Fang und Export tropischer Fische kein leichtes Unternehmen. Die am häufigsten zu amtra/Aqaurium Glaser exportierten Arten, die zu den schönsten und geheimnisvollsten Fischen der Aquaristik zählen, möchten wir unseren Leserinnen und Lesern hiermit präsentieren:


Platz 1

Auf Platz 1 der Hitliste findet sich mit dem Orange-Buschfisch (Ctenopoma ansorgii) einer der farbenprächtigsten Vertreter der Buschfische, die zu den Labyrinthfischen gehören. Auch diese Art baut ein Schaumnest aus Luftblasen und betreibt eine interessante Brutpflege. Die Fische benötigen weiches Wasser, das nicht zu warm sein darf (bis 24 ° C).

 

Platz 2

Wegen der attraktiven tigerähnlichen Körperzeichnung werden vor allem die Jungfische des Zebra-Geradsalmlers (Distichodus sexfasciatus) in großer Zahl nach Asien exportiert (Platz 2). Dieser lebhafte Schwarmfisch ist ein reiner Pflanzenfresser und benötigt vegetarische Kost wie Blattsalate,Spinat oder Futterflocken. Da der Salmler über 25 cm groß werden kann benötigt man für seine langfristige Pflege ein großes Becken.

 

Platz 3

Auf den folgenden Plätzen tummeln sich drei besonders attraktive Vertreter aus der Familie der Flösselhechte (Polypteridae). Diese urigen Fische sind stammesgeschichtlich sehr alt und besitzen lungenähnliche Organe mit denen sie Luft atmen können. Alle sind große Räuber und benötigen kräftiges Futter wie zum Beispiel Regenwürmer, Futterfische und Mückenlarven, nach Gewöhnung gehen die Tiere auch an entsprechendes Frostfutter. Da sie gerne aus dem Wasser “klettern“, muss das Becken absolut dicht abgedeckt sein. 
Der Zaire-Flösselhecht wird etwa 35 cm lang und fühlt sich am wohlsten bei weichem Wasser und niedrigem pH-Wert (pH 6.5). Wie alle Flösselhechte ist er dämmerungsaktiv, schaut aber auch tagsüber gerne einmal aus seinem Versteck wenn das Aquarium nicht zu hell beleuchtet ist. 

 

Platz 4

Der Ornament-Flösselhecht ist sehr hübsch gefärbt mit weißen Flecken auf schwarzem Grund. Die Art wird an die 50 cm groß, so daß man ein Aquarium mit mindestens 130 cm Länge benötigt. Am besten hält man auch diesen Flösselhecht im Artbecken. Möglicherweise gelingt aber auch eine Vergesellschaftung mit anderen größeren Fischen, die zu groß sind, um als Beute verwechselt zu werden.

 

Platz 5

Polypterus polli gehört zu den kleineren Flösselhechten und ist darüber hinaus auch noch sehr attraktiv gefärbt. Die Art lebt im mittleren und unteren Kongobecken und wurde erst vor wenigen Jahren für die Aquaristik entdeckt. 

 

Platz 6

Der Lungenfisch (Protopterus aethiopicus) auf Platz 6 ist in Afrika weit verbreitet und kann mehr als einen Meter groß werden. Es gibt im Kongo wahrscheinlich zwei Unterarten, die schwer unterscheidbar sind. Auch dieser Fisch gehört zu einer sehr alten Fischgruppe und seine Fähigkeit in einer Schleimblase im Schlamm die mehrmonatige Trockenzeit zu überleben, hat schon zu vielen Spekulationen geführt. Manche Wissenschaftler haben in ihm schon ein ‘missing-link‘ zwischen den Fischen und den landlebenden Tieren gesehen.

Platz 7

Auf Platz 7 steht der Buckelkopf-Buntbarsch (Steatocranus casuarius), dessen Lebensraum die Stromschnellen des Kongo sind. Man sollte deshalb einen Filter mit kräftiger Strömung benutzen. Die Schwimmblase ist in Anpassung an die starke Strömung reduziert, so daß die Tiere nicht frei im Wasser schweben können und sich ruckelnd über dem Grund bewegen. Die Tiere leben in Einehe und sind leicht zu füttern, da sie so ziemlich alles vertilgen, was ihnen vor das Maul gerät.

 

Platz 8

Der Rückenschwimmende Kongowels (Synodontis nigriventris) auf Platz 8 ist einer der interessantesten Vertreter der Fiederbartwelse. Er wird mit 8-10 cm nicht übermäßig groß und eignet sich auch gut für die Vergesellschaftung mit anderen Fischen. In der Natur frisst die Art am liebsten Mückenlarven von der Wasseroberfläche und auch im Aquarium sollte man ihn mit diesem oder ähnlichen Futter versorgen. Es ist ein faszinierender Anblick, wenn die Fische mit dem Bauch nach oben auf der Suche nach Leckerbissen durch das Wasser schweben.

 

Platz 9

Der Kongo Kofferkugelfisch (Tetraodon miurus) schwimmt auf einem respektablen neunten Platz in unserer Hiltliste. Die Färbung der bis zu 15 cm groß werdenden Art reicht von einem hellen Ockergelb bis zu einem kräftigen Rotbraun. Am besten hält man den Fisch in einem Artbecken und füttert mit Futterfischen und Muschelfleisch. 

 

Platz 10

Mit dem Tamandua-Rüsselfisch (Campylomormyrus tamandua) auf Platz 10 finden wir einen selten eingeführten Vertreter der Elefantenfische. Auch diese Art besitzt ein elektrisches Organ im Schwanzstiel mit dem Nahrung und Artgenossen lokalisiert werden kann. Dieser Rüsselfisch eignet sich auch für ein Gesellschaftsbecken mit großen ruhigen Begleitfischen.



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