Der Fisch des Monats - August 2006
 

Hochflossen-Apistogramma

Zwei Zwergcichliden aus Venezuela:
Mikrogeophagus ramirezi und Apistogramma hoignei

Venezuela zählt zu den bedeutendsten Exportländern für tropische Zierfische. In den weiten Ebenen der Graslandschaften, Llanos genannt, liegen die Lebensräume vieler Aquarienfische.

Reist man während der Trockenzeit durch das Land, so kann man die Restwassertümpel und kleinen Fließgewässer schon von weitem durch frischgrünes Buschwerk oder die kleinen Galeriewäldchen in der ansonsten trockenen Graslandschaft erkennen. In solchen Gewässern, aber auch in den Überschwemmungstümpeln entlang der Mündungsarme des Orinoko, lebt der Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi). Das Wasser in diesen offenen, meist nur sehr träge fließenden oder stehenden Gewässern ist sehr weich, die Temperatur beträgt über 30°C.

In den Llanos handelt es sich meist um Schwarzwasser von dunkel-kaffebrauner Färbung. Im Überschwemmungsbereich des Orinoko hingegen findet man helles Klarwasser. In beiden Gewässertypen leben die Schmetterlingsbuntbarsche und mit ihnen eine Vielzahl aquaristisch imteressanter Kleinfischarten. Im Aquarium ist der Schmetterlingsbuntbarsch anderen Arten gegenüber sehr verträglich. Die Art ist ausgezeichnet für die Gesellschaft mit südamerikanischen Kleinsalmlern, aber auch mit anderen Fischen passender Größe geeignet. Es ist optimal, wenn das Wasser im Aquarium möglichst weich ist, viel wichtiger ist aber, dass die Pflegetemperatur nicht unter 28°C liegen sollte. Gefressen wird jede Futterart, die von der Größe her in Frage kommt, doch wird Tümpelfutter allem anderen deutlich vorgezogen. Im Gegensatz zu den Zwergbuntbarschen der Gattung Apistogramma, die in Höhlen brüten, ist der Schmetterlingsbuntbarsch ein Offenbrüter.


Mikrogeophagus ramirezi - Schmetterlingsbuntbarsch Wildform

In manchen Lebensräumen, so z.B. in den Überschwemmungstümpeln nahe der Mündungsarme des Orinoko, lebt der Schmetterlingsbuntbarsch in Gemeinschaft mit dem Hochflossen-Apistogramma, A. hoignei. Der Hochflossen-Apistogramma hat, wie der Schmetterlingsbuntbarsch, ein sehr weites Verbreitungsgebiet. Je nach Herkunft können sich die Männchen sehr in ihrer Färbung unterscheiden. Aber auch innerhalb der Nachzuchten einer Fundortpopulation variiert  die Färbung sehr. Bei manchen Männchen können, auch in fortgeschrittenem Alter, die attraktiven schwarzen und roten Bänder am Rand der Schwanzflosse oder der interessante blaugrüne Glanz in der Körperfärbung völlig fehlen.

Im Fachhandel wird der Hochflossen-Apistogramma regelmäßig, meist als Nachzucht, angeboten. Durch entsprechende Zuchtauslese präsentieren sich diese Tiere wesentlich einheitlicher und zeigen fast alle, wenn sie erwachsen sind, im männlichen Geschlecht die attraktiven Farbmerkmale. Bezüglich der Pflege gelten die gleichen Bedingungen wie beim Schmetterlingsbuntbarsch, allerdings ist der Hochflossen-Apistogramma, wie üblich in dieser Gattung, ein Höhlenbrüter.


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