Der Fisch des Monats - November 2003

Nothophthalmus viridescens, Männchen

Molche - reizende Unterwasserdrachen

Molche und Salamander werden von Unkundigen leicht mit Echsen verwechselt. Echsen gehören jedoch zu den Reptilien und legen daher Eier mit einer ledrigen Schale, Eiklar und Eigelb, während die Molche und Salamander Eier legen, die Fischeiern nicht unähnlich sind. Auch im Verhalten unterscheiden sich beide deutlich: Während die meisten Eidechsen wahre Sonnenanbeter sind, mögen Molche es kühl und feucht. Der Sonne ausgesetzt, sterben sie sehr schnell.

In dem Bedürfnis nach Kühle liegt auch die Schwierigkeit in der Haltung der Molche. Ähnlich wie die meisten der sogenannten Kaltwasserfische, verbrauchen die Tiere bei Temperaturen über 20°C mehr Energie als sie durch die Nahrung aufnehmen können. Die Folge ist Abmagerung, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten und schließlich der Tod. Glücklicherweise sind aber nicht alle Molche so empfindlich. 


Pärchen des Cinesischen Zwergmolchs, Cynops orientalis

Der ständig im Angebot des Zoofachhandels befindliche Chinesische Zwergmolch, Cynops orientalis, kommt mit Temperaturen bis 24°C problemlos zurecht und kann daher auch in der Wohnung gepflegt werden. Auch die häufig angebotenen amerikanischen Molcharten Taricha granulosa, der Oregon-Molch, und Nothophthalmus viridescens, der Grüne Wassermolch, sind relativ temperaturunempfindlich. Allerdings wandeln sich diese beiden Arten bei Temperaturen über 24°C normalerweise zur Landform um und müssen dann in einem Terrarium gepflegt werden.
Die Haltung im Aquarium hat den Vorteil, dass die Molche mit Frostfutter ernährt werden können, das sie mit Hilfe ihres ausgezeichneten Geruchssinns auffinden. An Land erkennen sie nur sich bewegende Beute, brauchen also Lebendfutter in Form kleiner Würmer, Raupen und Insekten.


Schwimmende Molche, hier ein Taricha granulosa, legen Arme und Beine an den Körper an

Molche haben eine innere Befruchtung. Nach bei vielen Arten aufwendiger, wundervoll anzusehender Balz umklammern die Männchen die Weibchen entweder und pressen ihre Kloaken aneinander, oder sie bringen die Weibchen dazu, über einen zuvor von ihnen abgesetzten Samenkegel (die Spermatophore) zu kriechen und diesen mit der Kloake aufzunehmen. In jedem Fall werden die Eier ohne die Anwesenheit der Männchen je nach Art an Wasserpflanzen, Steinen oder unter Rinden abgesetzt.
Die ausschlüpfenden Jungen haben äußere Kiemen und sind in aller Regel leicht mit feinem Lebend- und Frostfutter aufzuziehen, bis sie das Wasser verlassen. Dann beginnt die hohe Schule der Molchaufzucht. Wer die Grundregeln: einwandfreies Wasser, kühler Standort und die Möglichkeit, bei Bedarf Land aufzusuchen, beherzigt, wird viel Freude an der Pflege und Zucht dieser wundersamen Tiere haben.


Der Burmesische Krokodilmolch, Tylototriton verrucosus, eignet sich für fortgeschrittene Molchpfleger 

Gefrorene
Futterorganismen bieten Molchen eine abwechslungsreiche und vollwertige
Ernährung, die den Ernährungsgewohnheiten in der freien Natur bei sinnvoller
Zusammenstellung weitgehend entspricht.
Das amtra system bietet eine reichhaltige Auswahl an tiefgefrorenen
Nährtieren.

 

 

 

 

 
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