Der Fisch des Monats - August 2004
 
Goldene Fische = Goldfische?

Das ist die Frage. Nicht jeder goldene Fisch ist ein Goldfisch. Obwohl die echten Goldfische durch die große Beliebtheit und ihre Robustheit zu den wohl am meisten verbreitetsten Aquarienfischen gehören, gibt es eben auch noch viele andere interessante „Goldstücke“.

Das interessante an den beschriebenen Arten ist, dass sie zwar in der Regel als Teichfische gehalten werden, aber grundsätzlich als Kaltwasserfische auch im Aquarium (auch zur Überwinterung) gepflegt werden können. Vorsicht aber, einige Arten werden sehr groß, jedoch haben schon viele dieser Fische in jungen Jahren ein Kaltwasserbecken bereichert und durften dann in den Teich auswandern.

Der Klassiker: Goldfisch

Der Goldfisch ist eine Zuchtform der Goldkarausche (Carassius auratus), die ursprünglich aus Asien stammt. Er wird rund 40 cm lang, ist vollkommen winterhart, erträgt jedoch umgekehrt problemlos bis zu 30°C warmes Wasser. Der Nachteil dieses Fisches: Er wühlt viel im Boden und verursacht daher oft Wassertrübungen. 

Der Zwerg: Goldelritze

Hierbei handelt es sich um die Zuchtform einer in Nordamerika weit verbreiteten Art, Pimephales promelas. Dieser Fisch wird nur etwa 10 cm lang, wühlt nicht und verträgt niedrige Temperaturen so gut wie hohe. Damit eignet sich die Goldelritze auch für kleine Teiche. Ihr Nachteil: Die Art wird nicht alt, die Lebenserwartung beträgt meist nur 2 Jahre. 

Der Algenkiller: Goldrotfeder

Es handelt sich hierbei um eine Zuchtform einer einheimischen Art, der Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus). Dieser Fisch ernährt sich fast ausschließlich von Algen und wühlt nicht. Sein Nachteil: Temperaturen über 24°C werden schlecht ertragen. Die Endgröße liegt bei rund 40 cm.

Die heimliche Schönheit: Goldschleie

Die Goldschleie ist eine Zuchtform der heimischen Schleie (Tinca tinca). Wie diese wird auch die Goldform rund 50 cm lang. Ihr Nachteil: Schleien sind nachtaktiv und tagsüber kaum zu sehen. Schleien ernähren sich bevorzugt von Schnecken, man kann sie also gut zur Schneckenbekämpfung einsetzen. Temperaturen bis 28°C sind kein Problem für Schleien, doch sollten sie nicht dauerhaft so hoch sein.

Der Oberflächenfisch: Goldorfe

Goldorfen sind eine weitere Zuchtform einheimischer Fische, diesmal der Orfe, Leuciscus idus. Die Art wird mit 70 cm ziemlich groß und verträgt Temperaturen über 22°C dauerhaft nur schlecht, ist deshalb nur für große Teiche geeignet. Ihr Vorteil: Orfen sind Oberflächenfische und wühlen nicht, sind also ständig sichtbar.


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