Der Fisch des Monats - Dezember 2002


Boraras brigittae

Man nannte sie Rasbora

Einige der asiatischen Bärblinge gehören zu den beliebtesten Aquarienfischen. Zu recht, denn in ihnen ergänzen sich prachtvolle Färbung, friedliches Wesen und weitgehende Anspruchslosigkeit in perfekter Art und Weise. Lange Zeit wurden in der Sammelgattung Rasbora viele verschiedene Arten künstlich zusammengefasst, die nun in eigenständige Gattungen überführt wurden.

Zwergbärblinge – Boraras
Die bekannteste Art dieser Gruppe ist sicherlich B. maculata, der Zwergbärbling. In diese, gar nicht mehr so neue Gattung (immerhin wurde sie bereits 1993 von Kottelat und Vidthayanon aufgestellt) gehören außerdem  B. brigittae, B. micros, B. merah, B. urophthalmoides und eine noch unbeschriebene Art. Keiner dieser entzückenden Zwerge wird größer als 2 cm. Am schönsten wirken sie in einem relativ dunkel stehenden Aquarium, in dem ein größerer Schwarm dieser Tiere untergebracht ist. Wenn viel mit feinem Frost- und Lebendfutter gefüttert wird und dichte Hecken aus Javamoos im Becken sind, kommen ohne Zutun des Pflegers eigentlich immer genug Jungfische hoch, um den Schwarm zu erhalten.  Ach ja – weich und und leicht sauer sollte das Wasser sein, wenn man züchten möchte, sonst entwickeln sich die Eier nicht.


Boraras maculata


Boraras cf merah

Glühbärblinge – Sundadanio
Im Gegensatz zu Boraras ist das eine ganz neue Gattung, und sie umfasst auch nur eine Art: S. axelrodi. Dieser ganz ungewöhnliche Bärbling kommt von den großen Sundainseln Sumatra und Borneo, sowie von einigen kleinen vorgelagerten Inselchen. Wir kennen einige Farbvarianten, von denen eine rötliche von Anjungan, West-Borneo, und eine bläuliche von Riau bei Sumatra derzeit häufiger im Handel sind.

Aufgestellt wurde die Gattung von Kottelat und Witte 1999. Die Männchen lassen sich leicht von den Weibchen durch die Form und Färbung der Afterflosse unterscheiden, die bei den Männchen groß und schwärzlich ist. Die Art ist nur gegen Umsetzen und während des Transportes empfindlich. Einmal eingewöhnt, ist sie hart und ausdauernd.

Keilfleckbärblinge – Trigonostigma
Hier kennen wir vier Arten, von denen drei auch regelmäßig im Handel sind: T. heteromorpha, T. espei und  T. hengeli. Die vierte Art, T. somphongsi, ist hingegen eine aquaristische Rarität. Alle vier Arten haben den charakteristischen Keilfleck auf der Seite und sind somit auf den ersten Blick zu erkennen. Aquarianer wussten schon lange, dass die Keilfleckbärblinge stark von den übrigen Rasboren abweichen. Denn Keilfleckbärblinge laichen unter den Blättern breitblättriger Pflanzen ab und kleben den Laich dort an. Alle anderen Rasboren legen ihre Eier dagegen frei ins Gestrüpp feinfiedriger Pflanzen. Nun haben Kottelat und Witte den längst überfälligen Schritt getan, und diese extrem abweichenden Fische aus der Gattung Rasbora entfernt. 


Trigonostigma hengeli


Trigonostigma espei

Ausblick
Die etwa 60–70 Arten, die derzeit noch die Sammelgattung Rasbora bilden, werden in 8 verschiedene Gruppen aufgeteilt, hinzu kommen noch einige sehr abseits stehende Arten. Die Typusart von Rasbora, nämlich die indische R. rasbora, ist ein nicht allzu gut bekannter Fisch, der auch kaum einmal im Aquarium gepflegt wird, weil er außer seiner gelben Schwanzflosse mit schwarzen Markierungen farblich wenig zu bieten hat. Insgesamt ist damit zu rechnen, dass noch etwa 10-11 weitere Gattungen aufgestellt werden, bevor das Namenskarusell bei den Bärblingen zum Stillstand kommt.


Weich und und leicht sauer sollte das Wasser sein, wenn man Boraras züchten möchte, sonst entwickeln sich die Eier nicht. amtra trop schafft stabiles, tropenweiches Süßwasser.

 
 
 
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