Der Fisch des Monats - Dezember 2003

Hemichromis sp. „Guinea I“

Ein Traum in Rot und Türkis – Buntbarsche der Gattung Hemichromis

Es gibt nur wenige Buntbarsche, die es in puncto Farbenpracht mit den afrikanischen Hemichromis aufnehmen können. Leider sind einige Arten dieser Gattung sehr aggressiv, sowohl untereinander, als auch gegen andere Arten. Dadurch kam die ganze Gattung in Verruf – sehr zu Unrecht, denn sie enthält auch äußerst friedliche Zwergcichliden, die sich bestens für ein Gesellschaftsaquarium eignen.

Zu den schönsten und friedfertigsten aller Hemichromis gehört sicherlich die Art, die derzeit wohl am besten als H. cf. cristatus angesprochen wird. Diese Fische kommen bisher leider nur sporadisch als Wildfänge zu uns. Man erkennt sie an dem goldenen Ring um den schwarzen Seitenfleck. Es befinden sich jedoch auch schon Nachzuchtbestände in den Händen von Cichlidenfreunden. 


Hemichromis christatus


Hemichromis cf. cristatus


Wer mit der Pflege und Zucht von Hemichromis beginnen will, ist mit den Fischen, die im Handel meist als H. lifalili bezeichnet werden, gut beraten. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um eine Zuchtform des H. guttatus, einer sehr variablen Art, von der es viele Farbformen gibt. Untereinander können diese Fische in Brutstimmung zwar etwas ruppig sein, doch bleiben sie relativ klein (Männchen ca. 8, Weibchen ca. 7 cm) und können daher in einem Aquarium von 120 cm Kantenlänge auch gut in Gesellschaft anderer Fische gepflegt werden.


Hemichromis fasciatus

Eine Herausforderung für den Cichlidenfreund stellen die vermutlich noch unbeschriebenen Arten aus Guinea dar, die z. Zt. als Hemichromis sp. „Guinea I“ und Hemichromis sp. „Guinea II“ bezeichnet werden. Sie gehören zwar in die weitläufige Verwandtschaft der „Roten Cichliden“, doch verfügen sie vor allem über wunderbar irisierende türkise Farbtöne auf dem Körper, wohingegen Rot weitgehend fehlt. Es wurde noch nicht viel über diese Tiere veröffentlicht. Nach unseren Beobachtungen scheint „Guinea I“ kleiner zu bleiben (ca. 9 cm), dafür aber etwas aggressiver zu sein, wogegen „Guinea II“ etwas größer wird (ca. 12 cm), aber friedlicher ist.


Hemichromis sp. „Guinea II“


Expertentipp 1:
Alle Hemichromisarten sind Offenbrüter und bilden eine Elternfamilie, d.h. beide Elternteile kümmern sich um die Eier und die Brut. Der pH-Wert darf zwischen 6 und 8 liegen, die Härte zwischen 5°-20°GH – die Zucht ist unproblematisch.


Expertentipp 2:
Bei der Vergesellschaftung dieser Buntbarsche sollte man folgende Grundsätze beachten:
- keine nahen Verwandten mitpflegen, das gibt Streit.
- Mitbewohner sollten möglichst wenig Rot in der Körperfarbe haben.
- das potentielle Brutrevier (einen großen Stein) in der Ecke platzieren; führen die Barsche dann Brut, haben andere Fische immer noch Platz, um auszuweichen.


Hemichromis elongatus

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